Mini-Strickkurs für Anfänger

Die Stricksaison hat begonnen. Wer wie ich viel mit dem Rad unterwegs ist, muss sich warm einpacken. Nachdem ich in  letzter Zeit öfter Sätze wie “Ich wünschte, ich könnte stricken” las, dachte ich, ich zeige mal die Grundlagen. Ich bin kein Profi, komplizierte Strickschriften verstehe ich nicht, aber nachdem ich die wichtigsten Techniken kann und mittlerweile auch schon größere Projekte (ich denke gerade an den Cardigan, der immer noch nicht vernäht ist… ) hatte, glaube ich, zumindest die Basics erklären zu können, die zum Beispiel für ein solches Stirnband, einen Schal o.ä. genügen.

Wichtig sind zunächst einmal zwei Dinge. Erstens solltet ihr auf das Etikett gucken oder die Verkäuferin fragen, welche Nadelstärke ihr braucht. Außerdem ist immer eine Maschenprobe angegeben. In diesem Fall müsste man 10 Maschen anschlagen und 16 Reihen stricken um ein 10×10 Strickgut zu erhalten. Diese Angaben beziehen sich aber auf ein glatt rechts gestricktes Stück OHNE Muster etc.

Das nächste, das ihr beachten solltet ist, dass es immer eine Vorder- und Rückseite gibt. Auf diesem Probestück lässt sich unten erkennen, dass diese auch unterschiedlich aussehen können (Links=rechte Maschen, rechts=linke Maschen).

Hier seht ihr, wie ihr die Wolle in die Hand fädeln müsst. Man strickt/nimmt Maschen auf grundsätzlich von rechts nach links.
Das Ganze wird in folgendem Video noch mal gezeigt, außerdem erklärt es, wie man Maschen anschlägt (also den Anfang macht), rechte und linke Maschen und wie man “abstrickt/-kettet”, also das Gestrickte von der Nadel löst. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, von denen ich selbst nur zwei richtig kann. Ich glaube mit einer Häkelnadel geht es am einfachsten.

 

Mit diesen beidem Maschen (rechts und links) könnt ihr genügend um schon ein paar Muster hinzubekommen:

1: Abwechselnd eine Reihe rechte Maschen (Vorderseite) und eine Reihe linke Maschen (Rückseite) stricken.

2: Durchgehend rechte Maschen stricken. Das geht natürlich auch, indem man durchgehend linke Maschen strickt – ist ja dasselbe.

3: 3 rechte, 3 linke Maschen, 3 rechte, 3 linke Maschen. Wenn ihr dann von der anderen Seite strickt, müsst ihr das jeweils umgekehrt machen.

4: Immer abwechselnd rechte und linke Maschen (und von der anderen Seite natürlich umgekehrt). Das Strickgut zieht sich dabei sehr zusammen, wie auf dem Bild gut erkennbar, allerdings wird es auch sehr viel dicker und ist deshalb gut geeignet z.B. für Stirnbänder oder Winterschals. Hier ein Beispiel, dass ihr vielleicht schon kennt, wenn ihr diesen Blog länger verfolgt:

 

So, jetzt zeige ich aber noch, wie man ein Zopfmuster hinbekommt, sodass ihr theoretisch ein Stirnband wie das obige stricken könntet (das lila Etikett oben entspricht dieser Wolle):


 

20 Maschen anschlagen.

(Achtung, dass ihr nicht mit dem Wollende weiterstrickt, dass ist mir schon oft passiert – so kommt man schnell ans Ende )




 

Eine Reihe besteht aus r-l-r-l-r-l-8rechs-l-r-l-r-l-r  (6      +        8        +     6).

Strickt so einige Reihen, dann nur noch die ersten 6 Maschen (also bis vor die 8 rechten Maschen).

 

 

 

Die nächsten 4 Maschen kommen auf eine gesonderte Nadel (es gibt praktische spezielle dafür, geht aber auch mit jeder anderen Nadel).

Die 4 gesonderten Maschen werden hinter das Strickgut geschoben und ausgelassen.

 

 

 

Stattdessen wird bei den restlichen 4 rechten Maschen weitergemacht. Erst nach diesem 4 Maschen…

 

 

 

 

 

… nehmt ihr die zurückgeschobenen Maschen wieder ein, indem ihr einfach die Maschen von der gesonderten Nadel aufnehmt…

 

 

 

 

 

… und dann die restlichen 6 Maschen dieser Reihe wie gehabt weiterstrickt.

 

 

 

 

 

Das Ganze sieht dann so aus. Diese Überkreuzung wiederholt ihr immer wieder. Für dieses Muster in etwa nach jeder 8. Reihe.

 

 

Übrigens: Ich bin GANZ OFFENSICHTLICH nicht die erste, die Strick-Viedeos online stellt. Wenn ihr nach speziellen Mustern sucht, guckt doch mal bei eliZZZa! Alle anderen lassen sich heute gerne beim Creadienstag inspirieren!

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