Schwarz auf schwarz: neue Ledertasche

Eigentlich wollte ich euch schon am Samstag mein aktuellstes Lederprojekt zeigen, aber die Stimmung hier in Graz war nicht gerade nach sommerlich-fröhlichen Taschen-Bildern.

Dabei sind die Bilder schon wieder eine ganze Weile alt. Die Tasche ist längst in Köln angekommen und die neue Besitzerin ist zufrieden – und ich froh, denn ein bisschen besorgt ist man natürlich schon, ob alles passen wird.

Das Taschenmodell habe ich schon einmal hier gezeigt (Mensch, schon wieder über ein Jahr her!). Meine Schwester trägt die Tasche immer noch fast täglich. Und ich bekomme immer noch ganzganz viele Anfragen zur Ledertasche, wie man sie näht, ob ich Aufträge annehme – gemessen an meinem E-Maileingang war das wahrscheinlich mein erfolgreichster Artikel.

Diesmal ist es ein bisschen mehr Wildleder geworden und die Tasche ist insgesamt etwas größer. Und ich frage mich langsam, wann ich “meine” Celine-Tasche nähe. Erstmal habe ich wohl wieder genug vom Nähen, aber wenn würde ich wahrscheinlich die Größe der ersten und die Wildlederklappe der zweiten nehmen. Im Moment gibt’s aber erstmal noch ein paar Stoff-Nähereien. Die hoffentlich. irgendwann. auch mal fertig werden.

Ich habe die Tasche diesmal nach meiner eigenen Anleitung genäht, auch eine Innentasche mit kleinem Seitentäschchen habe ich wieder genäht. Auf Dawanda schalte ich regelmäßig neue Pdfs/eBooks frei, auch gerne auf Anfrage. Deshalb kann ich jetzt auch aus eigener Erfahrung sagen: Das Projekt lässt sich wirklich gut nach Plan umsetzen. Am Ende fiel es mir doch ein bisschen schwer, das Ergebnis in eine Kiste zu packen und wegzuschicken. Ich glaube früher hätte ich das nie gekonnt, was so mühsam Selbstgemachtes zu verkaufen (natürlich ausgenommen Geschenke). Geht euch das auch so?

Hier gibt es übrigens noch ein paar Tipps zum Lederverarbeitung.

Was meint ihr? Welche Version gefällt euch besser?

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Altpapier goes Notizbuch

Das Projekt, dass ich euch heute zeigen möchte, kennen vielleicht einige von euch schon – ich durfte es schon auf dem re:BLOG zeigen. So schnelle Projekte passen auch viel besser zum tollen Wetter im Moment als jedes Großprojekt (wie die Tasche, die ich gerade fertig genäht habe… oder statistische Auswertungen ). Dann bleibt auch noch Zeit für Sommerunternehmungen!

Ich bin bekennender Papier-Sammler. Keine Zeitschrift wird bei mir weggeworfen, bevor nicht alle schönen Seiten rausgerissen und archiviert wurden. Das führt über die Zeit zu einer beachtlichen Sammlung. Hin und wieder wandert dann ein Motiv auf eine Karte oder ein Geschenk, aber mal ehrlich: Am Ende habe ich hier immer noch einen Haufen Altpapier und einen Freund, der jammert, ich könne nichts wegwerfen.

Eine weitere Leidenschaft von mir ist, dass ich mir immer und überall Notizen mache. Wieso also diese beiden Schwächen nicht kombinieren zu Notizbüchlein aus Altpapier?

Ich habe mir ein paar hübsche Papierchen rausgesucht, außerdem etwas buntes Stickgarn und eine Nadel, ein Lineal, ein Lochwerkzeug, einen Cutter und eine Schere.

Das Papier habe ich zuerst in passende Päckchen aufgeteilt und diese jeweils mittig gefaltet.

Entlang der Falz habe ich schließlich Löcher gebohrt. Dazu habe ich das Papier mit dem Lineal nach unten gedrückt, damit nichts verrutscht.

Dann habe ich von unten mit dem Nähen begonnen: Einmal von außen nach innen stechen, dann immer abwechselnd nach oben und wieder runter nähen. Die beiden Fadenenden liegen dann außen und lassen sich mit einer Schleife verschließen.

Schließlich habe ich die Papierkanten mit dem Cutter sauber abgeschnitten.

Völlig einfarbig sind die Seiten natürlich nicht. Aber ich finde es gerade schön, dass man auf jeder Seite etwas anders entdeckt: Andere Farben, andere Motive, mal ein Spruch oder ein Schlagwort… Wer weiß, ob das nicht mal noch zu der ein oder anderen Notiz passt?

Habt ihr es auch so mit Papier? Ich nutze für Termine und Organisatorisches immer die Büchlein von Moleskine, aber vielleicht verlagere ich alle sonstigen Notizen ja in diese Altpapier-Büchlein?

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Vegan May – ein Selbstversuch

Im Monat Mai habe ich spontan einen Selbstversuch gestartet: Ich wollte mich einen Monat lang vegan ernähren. Wer den Blog hier kennt, weiß auch um meine Lederliebe, aber in Sachen Ernährung habe ich in den letzten Wochen und Monaten von so vielen verschiedenen Seiten so vieles gehört, dass ich es einfach selbst rausfinden wollte: Macht vegane Ernährung wirklich fitter? Ernährt man sich wirklich besser? Ist es wirklich so schwer und ist die Umstellung tatsächlich so groß?

Eines vorneweg: Ich bin ein Tierfreund. Aber noch mehr bin ich Menschenfreund und bin davon überzeugt, dass der Mensch genügend Hirn besitzt, verantwortungsvoll tierische Erzeugnisse zu konsumieren. Theoretisch. Mein Ansatz ist dabei deshalb weniger der Verzicht aus Überzeugung als tatsächlich ein Selbstversuch. Über kurz oder lang liegt für mich die Lösung solcher Probleme wie die der Tierhaltung eher in einem verantwortungsvolleren (vor allem maßvolleren!!!) Konsum.

Wie schwer ist es wirklich?

Ich habe nie viel tierische Produkte gegessen, aber etwas gibt es doch: Joghurt. Ich kann auf Milch eher verzichten, den Kaffee trinke ich auch schwarz, Ei brauche ich nur zum Backen, Sahne benutze ich schon aus anderen Gründen nicht – aber Joghurt esse ich jeden Morgen und wann immer mir nach Süßem ist.

Dazu muss ich sagen, dass ich mir vorgenommen hatte, mir keinen Druck zu machen bei der Sache. Das ist wie mit dem Sport: Wenn man unbedingt muss und nicht will, dann funktioniert es nicht. Ich habe deshalb schon nach ein paar Tagen Verzicht auf dem Heimweg ein Joghurt gekauft. Ich hatte Kopfschmerzen, eine vegan lebende Kollegin erzählte mir, das sei ganz normal und bei ihr auch so gewesen im ersten veganen Monat – da bin ich völlig entnervt nach Hause und habe aus Überzeugung meine eigenen Regeln gebrochen. Mit dem Joghurt gab es gegen Ende ein paar Verstöße…

UND. Ich habe ein Frühstücksei gegessen. Und das, obwohl ich das nie mache, weil mir davon eigentlich schlecht wird. Beim Frühstück mit einer Freundin in einem quasi veganen Café habe ich Frühstück mit Ei bestellt…

Alles andere lief für mich tatsächlich ohne wirklichen Verlust. Ich hatte bei ganz vielen Produkten Angst: Ist da was Tierisches drin? Meist war das aber nicht mal so und das Vegan-Siegel habe ich im Nachhinein auf vielen Produkten entdeckt, die ich schon zuhause hatte. Ganz ehrlich: Dieses “Riesen-Umstellungs-Getue” ist wirklich Schwachsinn. Außer man hat vorher extrem unbedacht gelebt. Ich habe mich auch nicht gesünder als vorher ernährt und im wesentlichen habe ich dasselbe gekocht wie zuvor: Nur eben mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es vegan sein sollte und hier und da hab ich natürlich doch mal was Tierisches weggelassen. Zum Beispiel bei den Muffins für den Geburtstag einer Freundin. Die wären wohl auch mit Ei und Milch besser gelungen .

Die Produkte

Ich habe oft von Veganern gehört, sie würden sehr viel vielseitiger leben, seit sie sich vegan ernähren. Für mich trifft das nur bedingt zu, das liegt allerdings auch an anderen Prioritäten, die ich habe.

Erstmal sind Ersatzprodukte extrem teuer. 3,70 für einen Liter Milch, den ich sowieso alleine gar nicht aufbrauchen kann, ist mir einfach zu viel. Auf der Suche nach einem Mini-Pack, habe ich schließlich versehentlich Sahne-Ersatz gekauft. Habe ich erwähnt, dass ich Sahne ohnehin nicht benutze? Mandelmilch und Co. habe ich einfach nur gesüßt oder mit Geschmack in kleinen Packungen gefunden. Mein Freund wollte außerdem nicht mitmachen und so kaufte ich erstmal Sojamilch und -joghurt, die ja preislich nicht so viel höher liegen. Die allerdings sind nicht nur geschmacklich und von der Konsistenz her ein Kompromiss, sondern für mich auf Dauer auch nicht vertretbar. Wie schön, wenn die heimischen Milchkühe verschont bleiben und dafür im Regenwald ganze Arten aussterben!

Als ich nach meinem ersten “Motivation-Vegan-Einkauf” aus dem Geschäft ging, hatte ich außerdem Produkte aus aller Welt gekauft; aber kein einziges aus der Region.

Und jetzt? Mein Resümee.

Bin ich fitter geworden? Nein. Vielleicht hätte ich es dazu länger durchziehen müssen, aber ich glaube ehrlich gesagt, dass das auch eher auf Menschen zutrifft, die ihre Ernährung insgesamt damit mehr umgestellt haben; die vielleicht vorher sehr viel ungesünder gelebt haben. Bis auf den Joghurt war dieses Experiment auch wirklich nicht zu fordernd.

Am Ende des Versuchs hatte ich einen Eisenmangel (obwohl ich mir natürlich durchaus Gedanken gemacht habe, was mir durch vegane Ernährung fehlen könnte), allerdings ist es wohl auch nicht die klügste Idee, so eine Umstellung ausgerechnet in eine Diätphase zu legen. Dennoch: Ich fühle mich besser. Ich habe abgenommen. Ich achte ein bisschen bewusster auf tierische Inhaltsstoffe.

Allerdings bemerke ich auch, wie mir bei jedem nicht-veganen Produkt, das ich kaufe, bei jedem nicht-veganen Rezept, das ich lese und jedem nicht-veganen Instagram-Post, den ich sehe, der Gedanke kommt: “Uuuups, das ist falsch!“. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man es schnell seltsam findet, wenn andere scheinbar so unbedacht tierische Erzeugnisse konsumieren. Und das ist für mich auch die andere Seite der Medaille: Dieser Krieg, den manche Veganer führen. Gegen (potentielle und tatsächliche) Vorurteile, gegen sich selbst, gegen andere Lebensentwürfe. Und so möchte ich nie werden! Manchmal empfand ich es dann schon als erfrischend, wenn Leute sich um diese Dinge rein gar keine Gedanken machten. Dennoch: Der Grundgedanke ist mir wichtig, aber ich halte nichts von zu extremen politischen, sozialen und Lebenseinstellungen, weil sie immer ein richtig und falsch indizieren und am Ende eher selten tatsächlich zu einem Ergebnis führen – weil sich die Fronten verhärten. Ich finde es bescheuert, dass der Verzicht auf tierische Produkte das Label “Vegan” braucht und dass man einteilt in vegan und nicht-vegan. Worum geht es denn bitte am Ende? Darum, der bessere Mensch zu sein oder um die Sache?

Ich werde weiter versuchen, so gut es geht auf tierische Produkte zu verzichten. Aber wenn mir nach Joghurt, Milch oder sonstwas ist, dann werde ich das essen!

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